Während der Wintersaison gewannen wir entscheidende Erkenntnisse über die aktuelle Situation der bei der Inhaca-Insel (Maputo-Bucht) lebenden Meeressäuger.Insgesamt fuhren wir 83 Mal mit gemieteten Booten hinaus und trafen dabei auf 30 Gruppen mit Großen Tümmlern und nur 8 Gruppen Weißer Delfine.
Die größte Gruppe bestand aus 11 Tieren, während wir Große Tümmler sogar in Gruppen von bis zu 60 Tieren beobachteten. Beide Arten scheinen sich weitgehend an die Westküste der Insel, mit ihren Flachwasserregionen und Sielen, zurückgezogen haben.
Dieses Gebiet soll deshalb Schwerpunkt der jetzt im Sommer beginnenden Feldarbeit sein. Ungewöhnlich war, dass sich die Weißen Delfine fast immer nur in der Dämmerung zeigten. Vielleicht weichen sie auf diese Weise den Fischern aus. Es kann sich aber auch um eine kurzfristige Verhaltensänderung handeln - wir wissen einfach noch viel zu wenig über diese ungewöhnlichen Tiere.
Wir sind sehr zuversichtlich, dass es uns mit kontinuierlicher Unterstützung der GRD und anderer Sponsoren gelingen wird, die Weißen Delfine bei Inhaca zu retten.
Die Voraussetzungen dafür sind gut. Etwa 40 Prozent der Küsten der 11 Kilometer langen und 7 Kilometer breiten Insel sind als Reservate offiziell geschützt. Zusätzlich existieren zwei Marinereservate für vorgelagerte Korallenriffe. Neben einem noch schmerzlich vermissten Projektboot ist die 1946 gegründete Inhaca-Meeresforschungsstation derzeit Kernstück unseres Projekts.
Trotz der Artenvielfalt, die Inhaca an Land (mit z.B. 300 Vogelarten) und im Meer bietet, ist der Tourismus noch unterentwickelt. Viele der etwa 5.000 Bewohner stützen sich daher auf die Fischerei oder das Sammeln von Krustentieren, um zu überleben.
Die Entwicklung kleiner Öko-Tourismusprojekte für die einheimische Bevölkerung hat deshalb, neben der Ausweitung der Feldarbeit, höchste Priorität. Wenn die Menschen erkennen, welchen Wert eine intakte Natur für sie hat, dann werden wir die Delfine langfristig schützen können.
Gemeinsam mit meinen Studenten hoffe ich sehr, dass uns die GRD und ihre SpenderInnen und Sponsoren, weiter unterstützen werden, und ich danke allen ganz herzlich, die unserem Projekt und unseren Delfinen eine Chance geben.
Almeida T. Guissamulo; Museu de História Natural, Universidade Eduardo Mondlane, Maputo