Die Sprengung von Munitionsaltlasten bedroht besonders die vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswale

Auf dem Grund der Nord- und Ostsee vergammeln seit dem Zweiten Weltkrieg Hunderttausende Tonnen Sprengstoff und chemische MunitionNach Schätzungen von Experten wurden unmittelbar nach dem II Weltkrieg von den Alliierten zwischen 400.000 und 1,3 Mio. Tonnen Altmunition in Nord- und Ostsee versenkt. Neben TNT enthalten die Rüstungsaltlasten auch Schwermetalle und tödliche Nervengase.

Zur Beseitigung der mittlerweile stark korrodierten Seeminen, Torpedosprengköpfe oder Artilleriegranaten greifen die Behörden meist zum einfachsten und kostenkünstigsten Mittel:
Der Sprengung

In mehreren Anläufen protestierte die GRD gemeinsam mit dem NABU Schleswig-Holstein, der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und dem BUND Mecklenburg-Vorpommern gegen die Sprengung von Altmunition in der Ostsee.

Schleswig-Holstein zeigte erfreulicherweise ein hohes Verantwortungsbewusstsein und verhängte ein vorläufiges Moratorium. Der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, sicherte immerhin zu, dass Sprengungen zukünftig nur noch in Einzelfällen und als allerletzte Möglichkeit durchgeführt würden.

Foto einer Sprengung auf See von 1956Die Umweltverbände fordern die Bergung und Vernichtung der Altmunition an Land und für Fälle, in denen dies nicht möglich ist, die Durchführung effektiver Lärmminderungsmaßnahmen, damit sichergestellt ist, dass Meeressäugetiere nicht zu Schaden kommen.

Am 12. Juli 2007 nahm das Europaparlament, auf Initiative der Grünen, die Forderungen der Umweltverbände zum Umgang mit Altmunition in der an die EU-Kommission gerichteten Resolution "On a future maritime policy for the European Union: a European vision for the oceans and seas" auf.

Grafik: SZ, Quelle S.Nehring

Kampagne "umweltgerechte Entsorgung von Munitionsaltlasten"

12.08.08: Die MLUR-"Ente": Umweltorganisationen bezweifeln Ungefährlichkeit von Kampfmittelaltlasten - Neue Studie ist kein Beleg für die Unbedenklichkeit von Sprengungen

17.07.2008 - Im Bundestag: Munitionsreste in einem Schiffswrack in der Kadetrinne (Kleine Anfrage 16/9878 von Bündnis90/Die Grünen) pdf

11.04.2008 - Untersuchung der Kampfstoffreste in Lübecker-Bucht

Späte Verluste: Seit 1945 gab es 283 Tote durch Munitionsunfälle an Nord- und Ostsee

07.03.2008 - Naturschutzverbände fordern Bundesverkehrsminister Tiefensee auf, die Bergung von Altmunition in Nord- und Ostsee voranzubringen

29.02.2008 - Peinlich: Axel Bernstein (CDU): "Munitionsaltlasten in der Ostssee liegen lassen"

29.02.2008: Umweltverbände fordern von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft Kraftakt bei Munitionsaltlasten im Meer

21.01.08: Naturschutzverbände fordern von Hansestadt Lübeck schnelle Beseitigung von Giftgas in der Lübecker Bucht

08.01.08: SOS für Schweinswale- Über 140 tote Tiere in 2007!!!

13.11.07: Infoportal Umweltgefahren durch Altmunition in Nord- und Ostsee

03.07.07: Umweltorganisationen bezweifeln Ungefährlichkeit von Kampfmittelaltlasten

14.03.07: Gesprengte Schweinswale vor Sassnitz (Rügen)?

17.11.06 bis 14.12.2006: Erfolgreiche Protestaktion: Schleswig-Holstein setzt Munitionssprengungen in Nord- und Ostsee aus!

Hintergrundinformationen Munitionsaltlasten in der Ostssee

Veröffentlichungen Dokumentationen Fachliches

Sven Koschinski: "Rüstungsaltlasten gefährden Ostsee-Schweinswale" aus "Betrifft: NATUR 1/07" (NABU-SH) pdf 712KBpdf

12.07.07: European Parliament resolution: On a future maritime policy for the European Union: a European vision for the oceans and seas (Punkt 139)

Wale können sich nicht die Ohren zuhalten: Bedrohung der Meeresumwelt durch Unterwasserlärm, Bundestagsantrag v. 24.04.2007, Fraktion Bündnis90/Die Grünen (90kb) pdf

Sprengung von Munitionsaltlasten in der Ostsee pdf 57KBpdf

Augenzeugenbericht einer Sprengung im Sperrgebiet Schönhagen

GSM-Projekt: Schweinswalbeobachtungen in der Ostsee melden

Schweinswale in Schleswig-Holstein (NABU-SH)

The Fall of the ASCOBANS Treaty

Die Kampagne in den Medien

19.04.2008 Probsteier Herold: Probesprengungen haben begonnen

16.04.2008 Kieler Nachrichten: Blasen sollen Wale schützen - Erste Testsprenugunen unter Verwendung eines schallmindernden Blasenvorhangs

02.04.2008 Ostseezeitung: Usedom - Gefahr am Strand - Bernstein entpuppte sich als gefährliches Phosphor-Stück (pdf)

10.03.2008 Neues Deutschland: Explosive Altlasten unter Wasser

24.02.2008 NDR-1 Naturzeit: Zeitbomben in der Ostsee (MP3-Audiodatei | 316KB)

23.02.2008 NDR-Info: Giftgas in der Lübecker Bucht (MP3-Audiodatei | 325KB)

21.02.2008 kn-online.de: Giftgas in Lübecker Bucht soll geborgen werden!

23.01.2008 Deutschlandradio: Tickende Zeitbombe in der Ostsee - Giftgas Lübeck (Interview m. Sven Koschinski) - MP3-Audio

20.02.2008: shz.de: Giftgasflaschen in der Neustädter Bucht?

09.01.08 Süddeutsche Zeitung: Granaten in der Ostsee - Lebensgefahr für Mensch und Tier

19.11.07 n-tv.de: Arsenvergiftete Fische in der Ostsee

09.11.07 Deutschlandfunk: Immer mehr tote Schweinswale werden in der Ostsee gefunden

19.10.07 Deutschlandfunk: Gefahr durch Torpedos - Munitionsbeseitigung in Ost- und Nordsee bedroht Schweinswale  |  Beitrag als mp3-File (5.5MB)

17.10.07 ddp-Feature: Tickende Zeitbomben - Ostsee birgt Gift und Sprengstoff unbekannten Ausmaßes - Experten warnen - pdf 64KBpdf

11.10.07 NDR Info - Das Forum: "Bombiges Gewässer" - In der Ostsee lagern noch immer Kampfstoffe - pdf mit Text des Podcast 67KBpdf

14.12.06 Focus-Online: Ostsee - Sprengungen gefährden Wale

13.12.06 n-tv.de: Munitionsbergung in Kiel - Schweinswale bedroht

13.12.06 NDR: Munitionssprengung in Nord- und Ostsee wird vorerst eingestellt

28.09.07 Ostsee-Netz.de: Erneute Sprengung vor Sassnitz bedroht Ostsee-Schweinswale

09.07.07 Süddeutsche Zeitung: "Explosives auf dem Ostsee-Grund"

09.11.06 Spiegel-Online: Gift aus gesprengter Kriegsmunition bedroht Kieler Förde

 
Kampagne Munitionsaltlasten in der Ostsee