
Inhaltsangabe:
Ein leider immer noch weit verbreiteter Irrtum ist, dass die Dosen-Thunfischindustrie für den Niedergang bestimmter Thunfischarten, wie z.B. für die (fast)Ausrottung des Blauflossenthunfisches (Roter Thunfisch) verantwortlich zeichnet. Die am stärksten überfischten Thunfischarten (Blauflossen-, Gelbflossenthunfisch und Großaugenthune) werden - mit Ausnahme der Gelbflossenthune - fast ausschließlich, bzw. ausschließlich für den Frischfischmarkt (z.B. Sushi, Sashimi) gefischt. Japan ist der mit Abstand wichtigste Abnehmer mit rund 78 Prozent des weltweit verkauften frischen Thunfischs.
Dank SAFE gehört die Dosen-Thunfischindustrie heute zu den weltweit am besten überwachten Fischereien überhaupt und die SAFE angeschlossenen Thunfischproduzenten sind auf schonendere Fischereipraktiken umgestiegen.
Ohne SAFE wären die Ozeane heute sehr viel leerer, es gäbe weitaus weniger Delfine und auch weniger Thunfische mit den entsprechenden nachgelagerten Folgen für das gesamte Ökosystem der Meere!
Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO (United Nations Food and Agricultural Organization) werden weltweit derzeit etwa 4,6 Millionen Tonnen Thunfisch gefangen. Bei mehr als 70 % dieser Fänge werden Ringwadennetze eingesetzt (eine neuere Untersuchung der Umweltorganisation IUCN spricht von 58 Prozent). Im tropischen Ostpazifik (ETP), wo insbesondere Gelbflossenthune mit Delfinen vergesellschaftet sind und der Thunfisch teilweise noch durch das Umkreisen von Delfinschulen gefangen wird, (aber nicht von an SAFE beiteiligten Fischereien) betrug die Fangmenge 2006, nach Angaben der Inter-American Tropical Tuna Commission (IATTC), 100.000 Tonnen. Der Anteil dieser delfintödlichen Fangmethode am weltweiten Gesamtfang beträgt somit nur noch 2,17 %.
Der Fang mit Angeln und Schleppangeln hat einen Anteil von 15 %, die restlichen 15 % stammen aus Langleinenfischereien (hoher Beifang von Seevögeln, Meeresschildkröten und Haien). Allerdings wird nur ein sehr geringer Teil der mit dieser Methode gefangenen Thune als Dosenthunfisch verwendet.
Nach Angaben der FAO von 2005 sind 8 % der weltweiten Thunfischbestände überfischt (die am meisten bedrohten Blauflossenthunfischarten haben nur einen geringen Anteil an der weltweiten Gesamtfangmenge).
Die Beifangrate von Ringwadennetzen liegt bei etwa 5 % des Gesamtfangs, was unter der weltweiten Durchschnittsbeifangrate aller Fischereimethoden von 8 % liegt. Die Bedingungen des Earth Island Institute für SAFE verlangen Maßnahmen zur Reduzierung des Beifangs, Maßnahmen, die mittlerweile auch von regionalen Thunfisch-Fischereikommissionen übernommen wurden.
Auf dem 10. Treffen der Indian Ocean Tuna Commission (IOTC), das im Oktober 2008 in Thailand stattfand, wurde ein Report der Working Party on Ecosystems and Bycatch vorgestellt, in dem speziell auf die Situation des Beifangs und der Rückwürfe durch EU-Ringwadennetzfischer im Indischen Ozean eingegangen wird. Die Statistiken beziehen sich auf die Jahre 2003 bis 2007, stammen aus dem Beobachterprogramm Frankreichs und Spaniens und repräsentieren insgesamt 1.958 Fischzüge mit Ringwadennetzen.
Im Ergebnis traten dabei jährlich etwa 9.585 Tonnen Beifänge und Rückwürfe im Zusammenhang mit Ringwaden-Thunfischereien auf. Angesichts einer jährlichen Fangmenge von 293.401 Tonnen Thun im Indischen Ozen, liegt beträgt die Beifangrate der EU-Ringwadennetzfischerei in diesem Fanggebiet bei jährlich etwa 3,3 Prozent der Gesamtfangmenge.
Beifänge und Rückwürfe verteilten sich dabei folgendermaßen:
Der Report kommt zu dem Fazit, dass die Ringwadennetzfischerei mit FADs (fish aggregating device) die Hauptursache für hohe Beifangraten, insbesondere von Haien und sonstigen Fischarten, darstellt.
Die Beifangrate von Angeln und Schleppangeln liegt bei durchschnittlich nur 0,7 % der Gesamtfangmenge.
Die Beifangrate in der Langleinenfischererei liegt bei durchschnittlich 20 % der Gesamtfangmenge.
85 % aller Thunfischfänge werden mit Fangmethoden gefischt, die die niedrigsten Beifangraten aller Fischereimethoden aufweisen.
Diese Thunfischfänge sind weitaus schonender und nachhaltiger, als es bei den meisten anderen Fischereien weltweit der Fall ist.
Die mit hohen Beifangraten verbundene Langleinenfischerei ist sicherlich keine nachhaltige Fischereimethode. Viele Meeresschutzorganisationen setzen sich für beifangreduzierende Veränderungen am Fischereigerät oder ein Verbot ein. Da jedoch nur sehr wenig Langleinen-Thunfisch zu Dosenthunfisch verarbeitet wird, würde ein Dosenthunfischboykott in Deutschland oder Europa die Langleinenfischerei überhaupt nicht treffen und keinerlei Effekt zeitigen.
Das Management der weltweiten Thunfischbestände liegt in den Händen von internationalen, regionalen Fischereikommissionen. So regelt die Internationale Kommision für den Schutz des Thunfischs im Atlantik (ICCAT) die Bestände im Atlantik und im Mittelmeer, während z.B. die Inter-American Tropical Tuna Commission (IATTC) für die Bestände im Ostpazifik, die Western and Central Pacific Fisheries Commission (WCPFC) für die im westlichen und mittleren Pazifik und die Indian Ocean Tuna Commission (IOTC) für die im Indischen Ozean zuständig ist. Bedauerlicherweise legen diese Fischereikommissionen noch viel zu wenig Gewicht auf eine nachhaltige Befischung der Bestände, setzen zu hohe Quoten und räumen der Beifangproblematik zu wenig Raum ein. Dessen ungeachtet sind sie die einzigen Institutionen, die eine nachhaltige Fischerei beim Thunfischfang umsetzen könnten.
Boykotte dagegen hätten wenig bis keinen Einfluss auf die Art der Thun-Fischerei und würden keinen Beitrag zu verbesserter Nachhaltigkeit leisten. Falls beispielsweise deutsche Importeure keinen Dosenthunfisch mehr einführen würden, würde diese Ware schlichtweg in andere Länder nach Asien oder Lateinamerika verkauft. Der Fang von Thunfisch für den Frischfischmarkt ist das Kernproblem im Zusammenhang mit der Überfischung der Arten und hohen Beifangraten.
Mittlerweile haben einige Fischereikommissionen auch bereits wichtige Reformen eingeleitet, die eine Reduzierung der Überfischung und des Beifangs zum Ziel haben (siehe z.B. die beim Gelbflossenthunfisch erwähnte Beschränkung des Einsatzes von FADs (fish aggregating devices) im Atlantik).
Von einem nachhaltigen Fischereimanagement beim Thunfischfang ist man derzeit aber noch weit entfernt, wie sich z.B. an der Situation beim Roten Thun deutlich zeigt. Die Festlegung von jährlichen Fangquoten, Voraussetzung für ein effektives Fischereimanagement, erweist sich zudem immer mehr als Makulatur. So gelingt es einigen Fischereien gar nicht mehr ihre Quote zu erfüllen, insbesondere beim Roten Thun. In 2005 konnten US-Fischer im Westatlantik lediglich 27 Prozent und in 2006 nur noch 10 Prozent der ihnen zustehenden Quote für Roten Thun fangen.
Ein weiteres schwerwiegendes Problem im Zusammenhang mit effektivem Fischereimanagement ist die immer unzuverlässliger werdende Datenlage. Die Wissenschaftler der Fischereikommissionen stützen sich für ihre Berechnungen auf die gemeldeten Fangmengen der Fischer. Und deren Ehrlichkeit nimmt rapide ab. So wird weitaus mehr Thunfisch nach Japan importiert als auf Grund der erlaubten Fangmengen eigentlich möglich ist. Immerhin will Japan jetzt die Einfuhr von undokumentierten Fängen der Blauflossenthunarten verhindern, um die stetig wachsende illegale Fischerei (Piratenfischerei) auf diese Arten einzudämmen.
Es ist schwierig und oftmals irreführend, einfache Schlüsse aus einer international operierenden Fischerei wie der Thunfischerei, die viele Fischarten, unterschiedliche Bestandssituationen einer Art in ihren jeweiligen Lebensräumen und stark variierende Fangmethoden einschließt, zu ziehen.
Die Familie der Thunfische weist eine hohe Reproduktionsrate auf und einige Arten, wie der Skipjack, zeigen sich trotz teilweise hohem Befischungsgrad relativ robust. Andere wiederum, wie die Blauflossenthunfischarten oder die pazifischen Großaugenthune drohen in nicht allzu ferner Zukunft auszusterben.
Die zum Fang von Dosenthunfisch eingesetzten Methoden gehören nach den neuesten vorliegenden Statistiken zu den selektivsten aller Fischereien, verglichen z.B. mit Shrimp-, Kabeljau- oder Grundschleppnetzfischereien, und haben keinerlei negative Auswirkungen auf den Meeresboden und die darauf oder in unmittelbarer Nähe lebenden Organismen. Es wird gezielt nach Thunfischen und nicht nach dem Zufallsprinzip (Treibnetze, Schleppnetze, Grundschleppnetze, Schwebenetze etc.) das Meer leer gefischt. Eine Ausnahme ist allerdings die im Zusammenhang mit Dosenthunfisch so gut wie keine Rolle spielende Langleinenfischerei.
Die regionalen Fischereikommissionen verfügen zwar über gute, langjährig geführte Statistiken zur Bestandsentwicklung und könnten daher den Fischereien verlässliche Managementempfehlungen geben. Fangbeschränkungen und deren Überwachung sind aber unbefriedigend und müssen dringend verbessert werden.
Durch das SAFE-Programm hat die internationale Thunfischindustrie als erste Fischerei überhaupt Maßnahmen eingeleitet, die eine Reduzierung negativer Umweltauswirkungen und eine verbesserte Nachhaltigkeit zur Folge haben. Diese Entwicklung soll durch verstärkte Zusammenarbeit mit Umweltorganisationen wie dem EII weiter ausgebaut und verbessert werden.
SAFE verlangt die Einhaltung der folgenden Bedingungen für "delfinfreundlich" gefangenen Thunfisch:
Auf der gesamten Fangfahrt dürfen Delfine weder gejagt noch mit Netzen umkreist werden.
Treibnetze dürfen nicht zum Einsatz kommen.
Während des Setzens von Netzen dürfen Delfine weder getötet noch ernsthaft verletzt werden - auch nicht unabsichtlich.
Weder auf den Fangschiffen noch in den Verarbeitungsbetrieben darf "delfinfreundlich" gefangener Thunfisch mit "delfintödlich" gefangenem vermischt werden (dazu zählen auch als Beifang versehentlich getötete Delfine).
Bei Fangfahrten im tropischen Ostpazifik (siehe Gelbflossenthune) müssen Fangschiffe mit mehr als 400 Bruttoregistertonnen einen unabhängigen Beobachter an Bord haben, der die Einhaltung der SAFE-Kriterien attestiert.
GRD-Thunfischliste für delfinsicher gefangenen Thunfisch (195kb)
Thunfisch ist nicht gleich Thunfisch. Während zur namensgebenden Gattung Thunnus nur 8 Arten zählen, tummeln sich unter dem Sammelbegriff "Thunfisch" weltweit mindestens 19 Arten, darunter auch solche, die artensystematisch betrachtet gar keine Thunfische sind, wie der Unechte Bonito (Sarda sarda), der eine Makrele ist, aber fischereilich auch als "Thunfisch" vermarktet wird. Im Deutschen werden zudem vielfach Sammelbegriffe verwendet, so verbergen sich hinter dem Namen "Bonito" verschiedene Thunfisch- und/oder Makrelenarten.
Thunfische sind Schwarmfische und zählen mit den Makrelen zur Familie der Scombridae und gehören zu den Barschartigen Fischen (Perciformes). Sie sind schnelle, ausdauernde Schwimmer und können Tausende Kilometer pro
Jahr zurücklegen und haben ein gutes Sehvermögen. Einige Arten können ihre Körpertemperatur bis zu 3 Grad über der Temperatur des umgebenden Wassers halten. Diese Pseudo-Warmblütigkeit ermöglicht ihnen ihre langen Wanderungen. Beutearten sind andere Fische, Tintenfische und Krebstiere. Sie müssen täglich ein Viertel ihres Körpergewichtes an Nahrung zu sich nehmen.
Die englische Bezeichnung "Tuna" kommt aus dem Griechischen und heißt "rasen" oder "eilen". Durch zahlreiche und dünne Lamellen an den Kiemen sind sie in der Lage, mehr Sauerstoff aus dem Wasser aufzunehmen als andere Fischarten. Zudem haben sie sehr große Herzen und ein hohes Blutvolumen.
Zwischen der zweiten Rücken- und der Afterflosse zieht sich oben und unten bis zum Schwanzstiel je
eine Reihe von so genannten Flösselchen, meistens 5 bis 12
Paar. Sie helfen bei der Vermeidung von Wirbeln während des sehr schnellen
Schwimmens. Ein Knochenring um die großen Augen ist ein weiteres charakteristisches Kennzeichen.
Bei der Jagd setzen Thunfische ihre enorme Schnelligkeit ein. Sie fressen andere Fische, Kannibalismus ist bei einigen Arten häufig. Die Larven ernähren sich von Flohkrebsen,
anderen Fischlarven und Kleinstlebewesen.
Der Rote Thunfisch (Atlantischer Blauflossenthunfisch), Thunnus thynnus, ist mit über 4,5 m bis 5 m Länge ein räuberischer Gigant, der bis zu 700 kg und mehr auf die Waage bringen kann. Bevorzugte Jagdbeute sind Makrelen, Sardinen und andere Heringsartige sowie Tintenfische. Wegen seiner ungewöhnlich schnellen Reisegeschwindigkeit von bis zu 70 km/h wird er auch als "Ferrari" unter den Fischen bezeichnet. Eine Atlantikdurchquerung kann ein Roter Thun in nur 40 Tagen schaffen.
Die Weibchen sollen pro Laichsaison im Schnitt 500.000 Eier, alte und große Thunfischweibchen sogar bis zu zehn Millionen Eier, produzieren können, die kurz unter der Wasseroberfläche treiben. Die Larven schlüpfen nach nur drei Tagen mit einer Größe von drei Millimetern. Nach einem Monat sind die kleinen Thunfische bereits etwa 3,5 Zentimeter groß.
Lebensräume sind der Westatlantik (Kanada, Golf von Mexiko, Karibik bis nach Venezuela and Brasilien), der Ostatlantik (Lofoten, Norwegen bis zu den Kanarischen Inseln), das Mittelmeer und das südliche Schwarze Meer, es gibt Berichte über Sichtungen vor Mauretanien. Eine südliche Population lebt vor der Küste von Südafrika. Es gibt zwei feste Laichplätze - im Golf von Mexiko und im Mittelmeer. Westatlantische Blauflossenthune treffen sich zwischen April und Juni vor Mexiko, die ostatlantischen zwischen Juni und August im Mittelmeer. Auf dem Weg zu den Laichgebieten legen sie mehr als 5800 Kilometer zurück und durchqueren dabei den gesamten Atlantik. Bei ihren Wanderungen bleiben die Tiere die meiste Zeit dicht an der Oberfläche, wo die Wassertemperatur mit 12 bis 16 Grad relativ warm ist.
Blauflossenthunfische schwimmen in Schwarmverbänden und sind oft mit anderen Thunfischarten (Albacore, Gelbflossen- und Großaugenthune, Skipjack usw.) vergesellschaftet. Die Bestände des West- und Ostatlantiks vermischen sich bei der Nahrungssuche, zur Fortpflanzung gehen die Tiere dann getrennte Wege, um in ihre Laichgebiete zurückzukehren. Ihre Lebenserwartung soll bis zu 20 Jahren reichen, dürfte heute aber wegen massiver Überfischung kaum noch erreicht werden. Meist werden die Fische bei einer Länge von 2 m gefangen.
Der Rote Thunfisch steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN (Weltnaturschutzorganisation) mit dem Status: "Data Deficient" (nicht genügend Daten vorhanden, um den Bedrohungsgrad genau einzuordnen). Die Ostatlantische Population des Roten Thun wird auf der Roten Liste allerdings mit dem Status "Endangered" (hohes Risiko des Aussterbens in der nahen Zukunft) geführt, die Westatlantische Population steht auf der Roten Liste sogar mit dem Status: "Critically Endangered" (extrem hohes Risiko des baldigen Aussterbens).
Am 11. Juni 2007 erließ die EU die Verordnung (EG) Nr. 41/2007 für die Erhaltung der Thunfischbestände des Atlantiks. Damit sollen die drohende Ausrottung dieser Thunfischart verhindert und die Bestände wieder aufgebaut werden. Mit der Verordnung werden unter anderem Schonzeiten im Ostatlantik und im Mittelmeer verhängt. Zum Schutz der Jungfische wird das Mindestfanggewicht von 10 kg auf 30 kg pro Fisch angehoben. Die erlaubte Beifangrate an kleineren Thunfischen wird auf 8 % festgelegt (es gibt allerdings Ausnahmen für die Adria zum Fang von Rotem Thun für Mastzwecke und für den Fang mit Angel oder Leinen). Der Einsatz von Flugzeugen beim Thunfischfang wird ganzjährig verboten.
Im Juni 2008 erließ die EU frühzeitig einen Fangstopp für die Ringwadennetzte einsetzenden Thunfisch-Flotten aus Griechenland, Frankreich, Italien, Zypern, Malta und Spanien wegen massiver Verstöße gegen die internationalen vereinbarten Regeln zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Bestände von Rotem Thun.
Angesichts des Ausmaßes der illegalen Fischerei, gerade auf den Roten Thun, und den mehr als mangelhaften Fischereikontrollen seitens der EU und der Mitgliedsstaaten muss die Wirksamkeit dieses Rettungsplans stark in Zweifel gezogen werden. So verwundert es nicht, dass die USA Ende Oktober 2007 verkündeten, sie werden einen kompletten Fangstopp für Roten Thun im Mittelmeer für fünf Jahre fordern, damit sich die Bestände wieder erholen können.
Die USA konnten sich auf der zehntägigen Herbst-Konferenz der Kommission zum Schutz des Atlantischen Tunfischs
(ICCAT) allerdings nicht durchsetzen. Die ICCAT legte für 2008 mit 29.500 Tonnen eine viel zu hohe Quote fest, obwohl selbst die Wissenschaftler der ICCAT vor dem Zusammenbruch
der Bestände gewarnt und eine jährliche Quote von 15.000 Tonnen empfohlen hatten. Bei einer höheren Quote ließe sich der Zusammenbruch der Bestände nicht aufhalten - so die Wissenschaftler. Erst eine Fangquote von 7.500 Tonnen könnte den Beständen des Roten Thuns eine Chance zur Regeneration geben. Doch auch in 2008 ignorierte die ICCAT derartige Empfehlungen und setzte im November 08 für 2009 eine Quote von 22.000 Tonnen fest, die bis 2011 auf nur 19.950 Tonnen sinken soll. Ein Fangstopp im Mittelmeer während der für den Erhalt der Art so wichtigen Fortpflanzungszeit, wie er von vielen Experten gefordert wird, lehnt die ICCAT weiter ab. Kritiker bezeichnen die ICCAT auf Grund ihres eklatanten Versagens beim Erhalt des Roten Thun mittlerweile als "International Conspiracy to Catch All Tuna".
So blieben auch alle Maßnahmen der EU zum Bestandserhalt des Roten Thun bislang wirkungslos. Trotz Senkung der Fangquoten und Bereitstellung von Mitteln zur Verkleinerung der Ringwadenflotten haben die Mitgliedsstaaten, im Gegenteil, aufgerüstet – von 92 Schiffen im Jahr 2007 auf 134 im Jahr 2008! Unmittelbar nach dem frühzeitig verhängten Fangstopp im Juni 2008 entdeckten Umweltorganisationen italienische Ringwadenfänger sowie bereits Anfang Juni mit den Fischern kooperierende Suchflugzeuge zum Aufspüren der Thunfischschwärme, deren Einsatz absolut illegal ist.
Eine im Oktober 2008 von der ICCAT vorgelegte Untersuchung zeigte, dass 2007 im Mittelmeer 61.000 Tonnen Roter Thunfisch gefangen wurden, das war doppelt so viel wie die offizielle Quote zuließ und vier Mal so viel wie bei einer bestandserhaltenden Fischerei hätte gefangen werden dürfen. Trotzdem entschieden die EU-Fischereiminister gegen einen kompletten Fangstopp für Roten Thun im Mittelmeer. Zwar forderten sogar Spanien, das die größte Fischereiflotte in der EU hat, und auch Japan einen Fangstopp, Frankreich und Italien votierten jedoch dagegen.
Im April 2009 zeigte eine Analyse der Populationsbestände und der vorhandenen Zahl an fortpflanzungsfähigen Tieren, dass der Rote Thun, wenn sich der Befischungsgrad nicht ändert, bis zum Jahr 2012 ausgerottet sein wird.
Eine etwas kleinere Art, Thunnus maccoyii (Südlicher Blauflossenthunfisch), lebt in den gemäßigten und kalten Gewässern des Südatlantik, -pazifik und südlichen Indischen Ozeans. Zur Vermehrung wandern die großen, geschlechtsreifen Tiere in tropische Gewässer. Es handelt sich um die am stärksten überfischte Thunfischart überhaupt. Südliche Blauflossenthunfische stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN (Weltnaturschutzorganisation) mit dem Status: "Critically Endangered" (extrem hohes Risiko des baldigen Aussterbens).
Der Nordpazifische Blauflossenthunfisch (Thunnus orientalis) kommt im Nordpazifik (Golf von Alaska bis nach Südkalifornien und die Baja California, von der Insel Sachalin bis ins südliche Ochotskische Meer und den Norden der Philippinen) vor. Es gibt auch Berichte über Sichtungen dieser Art in der südlichen Hemisphäre (vor West-Australien und im Südostpazifik). Er lebt meist im offenen Meer, zwischen Juni und September wandern die Schwärme jedoch, manchmal mit anderen Thunfischarten vergesellschaftet, in küstennahe Gewässer der Baja California, Mexikos und Kaliforniens.
Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO (United Nations Food and Agricultural Organization) waren die Bestände aller Blauflossenthunfischarten bereits 2005 massiv überfischt und in allen Lebensräumen stark dezimiert. In einigen Gebieten gelten sie als vom Aussterben bedroht. Der Atlantische Blauflossenthun ist nach Angaben des WWF derzeit weltweit der teuerste Fisch. Für ein gut 200 Kilo schweres Exemplar sollen auf dem Fischmarkt von Tokio 175.000 Dollar gezahlt worden sein.
Blauflossenthune werden ausschließlich für den japanischen Markt gefangen, hauptsächlich als Frischfisch (z.B. Sushi, Sashimi). Als Fangmethoden kommen Langleinen, Angeln und Schleppangeln zum Einsatz. Der Anteil am gesamten Thunfischfang soll bei etwa 1,25 % liegen.
Der Gelflossenthunfisch ist ein bedeutender Speisefisch, der bis zu 2,4 m lang und bis zu 200 kg schwer werden kann (nach manchen Quellen allerdings nur 1,8 m Länge und 175 kg Gewicht). Die Lebenserwartung liegt bei 7 Jahren, zwischen 1,5 und 3 Jahren erreichen sie die Geschlechtsreife. Er kommt in allen tropischen und gemäßigten Ozeanen, jedoch nicht im Mittelmeer vor. Die Atlantische Population hat drei Laichgründe: den Golf von Mexiko, die Karibik und die äquatorialen Gewässer Neuguineas. Die zweite Rückenflosse und die Afterflosse sind auffällig gelb gefärbt.
Im tropischen Ostpazifik (ETP) sind Gelbflossenthunfischschwärme oft mit Delfinschulen vergesellschaftet (die Delfine schwimmen an der Wasseroberfläche, der Thunfischschwarm bis zu 150 m darunter). Ein bis heute rätselhaftes und nur in dieser Meeresregion zu beobachtendes biologisches Phänomen, das die Fischer ausnutzen, indem sie gezielt Delfinschulen jagen und einkreisen, um die Thunfischschwärme mit Ringwadennetzen abzufischen.
Die Bestände im Indischen und Pazifischen Ozean gelten nach FAO-Angaben als massiv überfischt. Im Atlantik ist die Situation weniger kritisch, allerdings sind die Bestände voll ausgeschöpft. Das regionale Fischereiabkommen, die International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas (ICCAT) hat den Einsatz sogenannter FADs (fish aggregating device), Geräte mit denen man große Fischschwärme anlocken kann, limitiert. In 2004 wurden über 3,8 Millionen Tonnen tropische Thunfische gefangen, bei rund der Hälfte davon kamen FADs zum Einsatz.
Gelbflossenthune stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN (Weltnaturschutzorganisation) mit dem Status: "Lower Risk - Least Concern". Das Earth Island Insitute (EII) setzt sich gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen für einen besseren Schutz der Bestände der Gelbflossen- und Großaugenthune (siehe unten) im ETP ein.
Der auch bei Sportfischern wegen seiner Schnelligkeit und Größe beliebte Gelbflossenthunfisch wird von kommerziell operierenden Fischereien meist mit Ringwadennetzen, Langleinen und Schleppangeln gefangen.
Der Anteil am gesamten Thunfischfang soll bei etwa 35 % liegen. Hauptabsatzmärkte sind Japan, die USA und Westeuropa. Nach Auskunft des Arbeitskreises Fisch des Waren-Vereins der Hamburger Börse e.V. wurden für Dosenware in den vergangenen Jahren nach Deutschland schätzungsweise ca. 70 % Skipjack (siehe unten) und
ca. 30 % Gelbflossenthunfisch im Jahr importiert, mit fallender Tendenz beim Gelbflossenthun.
Eine Tiefwasserart, die maximal 2,50 m lang und über 330 kg schwer wird und zwischen 5 und 7 Jahre alt werden kann (nach manchen Quellen auch bis zu 11 Jahre). Man nimmt an, dass sie mit 3 bis 4 Jahren, bei etwa 1 m Länge, geschlechtsreif sind. Großaugenthune leben in subtropischen und tropischen Gewässern im Atlantik, Pazifik und Indischen Ozean, nicht aber im Mittelmeer und sind bei Sportfischern sehr beliebt. Da sich die Art meist in größeren Tiefen als die anderen Thunfischarten aufhält, ist ihr Fleisch sehr fetthaltig (zur Wärmeisolierung), was Großaugenthune besonders attraktiv für den japanischen Sashimi-Markt macht.
Junge Großaugenthune schwimmen oft in gemischten Schwärmen mit Gelbflossenthunen und Skipjack. Diese Schwärme halten sich gerne unter an der Meeresoberfläche driftenden Objekten auf. Daher sind junge Großaugenthune besonders durch Ringwadennetz-Fischereien gefährdet, die FADs einsetzen. Ausgewachsene Großaugenthune scheinen dagegen weitaus weniger von FADs angezogen zu werden.
Großaugenthune stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN (Weltnaturschutzorganisation) mit dem Status: "Vulnerable" (mittelfristig hohes Risiko des Aussterbens). Bereits Mitte 2005 warnte das Pacific Community Oceanic Fisheries Program (OFP, Neuseeland), dass pazifische Großaugenthune innerhalb eines Jahres aussterben könnten, wenn nicht unmittelbar gehandelt wird. Die pazifische Population steht auf der Roten Liste mit dem Status "Endangered" (hohes Risiko des Aussterbens in der nahen Zukunft).
Auch die Bestände im Atlantik gelten als überfischt. Im Juni 2005 hob die EU ein seit 2001 wegen nicht nachhaltiger Fischereipraktiken bestehendes Einfuhrverbot von atlantischem Großaugenthun oder Produkten daraus mit Ursprung aus Kambodscha, Äquatorialguinea und Sierra Leone auf, lediglich die Einfuhrverbote für Bolivien und Georgien sind noch in Kraft.
Im Dezember 2008 beschloss die Fischereikommission für den westlichen und mittleren Pazifik (WCPFC) einen dreijährigen Bewirtschaftungsplan für Gelbflossen- und Großaugenthune. Für Großaugenthune ist eine Reduzierung der Fangmengen um 30 % über drei Jahre sowie ein zweimonatiges Verbot der Fischerei mit FADs (fish aggregating devices) vorgesehen. Dieses Verbot soll 2010 auf drei Monate ausgeweitet werden. Ob diese Maßnahmen ein Schritt hin zur Erhaltung der Bestände bedeuten, bleibt allerdings abzuwarten. So fordern Wissenschaftler seit längerem deutliche Fangbeschränkungen für Großaugenthune. Selbst die EU-Kommission hatte auf eine sofortige Reduzierung der Großaugenthunfänge um 30 % und eine vollständige Einstellung der Ringwadenfischerei auf beide Arten für drei Monate gehofft. Immerhin verabschiedete die WCPFC jetzt zum ersten Mal Maßnahmen zur Begrenzung der Überfischung der Gelbflossen- und Großaugenthunbestände.
Der neue Bewirtschaftungsplan enthält außerdem Kontrollvorschriften sowie ein Rückwurfverbot für beide Fischereien.
Ausgewachsene Großaugenthune werden mit Langleinen und Schleppangeln gefangen, kleinere Exemplare mit Ringwaden. Hauptabsatzmarkt ist Japan (Sashimi), in Südamerika werden ab und zu Baby-Großaugenthune zu Dosenthunfisch verarbeitet und als "helles Rindfleisch" verkauft (der Geschmack von Großaugenthunfisch soll dem von Rindfleisch stark ähneln). Der Anteil am gesamten Thunfischfang soll bei etwa 8 % liegen.
Eine mit einer Länge von bis zu 1,40 m und bis zu 60 kg Gewicht vergleichsweise kleine Art, die in den zirkumtropischen bis gemäßigten Gewässern aller Ozeane und im Mittelmeer lebt, bis zu 5 Jahre, nach manchen Angaben auch bis zu 8 Jahre, alt werden kann und schnell und extrem viel wandert. Wird oft mit jungen Großaugenthunen verwechselt, die ebenfalls sehr lange allerdings am Ende gerundete Brustflossen haben.
Im Gegensatz zu anderen Thunen wandert der Weiße Thun mehr innerhalb der Wassersäule. Ihre Vertikalwanderungen sind eindrucksvoll: Die Tiere sollen dabei bis in Tiefen von 600 m vordringen. Für kurze Zeit können Weiße Thune Wassertemperaturen von unter 10 Grad tolerieren. Sie sind manchmal mit treibenden Objekten (auch Sargassum-Algen) oder Skipjack-Thunfischschwärmen assoziiert. Ab 90 cm Körperlänge sind die am Rücken dunkelblau und an den Flanken und am Bauch blaugrau gefärbten Weißen Thune geschlechtsreif.
Die Bestände im Nordatlantik und im Mittelmeer sind überfischt, die im Südatlantik (afrikanische Westküste) gelten als noch nicht überfischt bzw. befinden sich an der Grenze der Überfischung.
Der Weiße Thun steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN (Weltnaturschutzorganisation) mit dem Status: "Data Deficient" (nicht genügend Daten vorhanden, um den Bedrohungsgrad genau einzuordnen). Die Nordatlantische Population wird auf der Roten Liste allerdings als "Vulnerable" (mittelfristig hohes Risiko des Aussterbens) geführt und die Südatlantische Population steht auf der Roten Liste unter dem Status: "Critically Endangered" (extrem hohes Risiko des baldigen Aussterbens).
Im Nordpazifik, wo der meiste Weiße Thun gefangen wird, sollen die Bestände mittelmäßig und im Südpazik, dem zweitwichtigsten Fanggebiet, bis zum kritischen Punkt ausgeschöpft sein. Die Informationslage ist hier allerdings widersprüchlich, es finden sich auch Angaben, dass die Bestände im Pazifik intakt und nicht ausgeschöpft sind. Die jährliche Fangrate variiert stark, weil die Tiere kontinuierlich wandern und sich die Schwärme von Jahr zu Jahr in unterschiedlichen Gebieten aufhalten.
Hauptabsatzmärke sind die USA, Kanada, Japan und Spanien. Gefischt wird mit Langleinen, Angeln und Schleppangeln. Bei Langleinenfischereien z.T. hoher Beifang (Seevögel, Meeresschildkröten, Haie). In den USA ist Albacore-Dosenthunfisch als "chicken of the sea" oder "white tuna" populär, da das weiße Fleisch trocken ist und vom Geschmack an Hühnchen erinnert. Der Anteil am gesamten Thunfischfang soll bei
etwa 7 % liegen.
Mit einer maximalen Länge von 1,08 m und bis zu 21 kg Gewicht kleiner als der Weiße Thunfisch. Oft mit dem etwa gleich großen Skipjack (Katsuwonus pelamis) vergesellschaftet. Der Name leitet sich von dem dunklen metallisch-blau gefärbten Rücken ab. Lebensräume sind warme ozeanische Gewässer des Westlatlantik (von Massachusetts bis südl. Trinidad und Rio de Janeiro), manchmal auch in küstennahen Gewässern. Seine Vermehrungsgebiete liegen jedoch weit draußen im Ozean. Schwarze Thune jagen andere Fische, Kopffüßer und Krebstiere und deren Larven.
Bedeutender Speisefisch, die wichtigsten Fanggebiete für Schwarze Thune befinden sich vor der südöstlichen Küste Kubas und in der Karibik. Sehr beliebt in der Sportfischerei (südl. Florida und Bahamas). Verarbeitung frisch, getrocknet, gesalzen, gefroren oder als Dosenthunfisch. Gefischt wird mit lebend beköderten Angeln. Bestände gelten als vergleichsweise intakt und nicht überfischt. Über den Anteil am gesamten Thunfischfang gibt es keine Informationen.
Gehört mit einer durchschnittlichen Länge von etwa 90 cm und 15 bis 20 kg Gewicht ebenfalls zu den kleinen Thunfischarten (das größte Exemplar mit fast 36 kg bei über 1,5 m Körperlänge wurde 1982 vor Australien gefangen). Lebensräume sind der westliche Indopazifik (Rotes Meer und Ostafrika bis nach Neuguinea), nördlich bis nach Japan und südlich bis nach Australien. Besonders dort sind sie sehr beliebt bei Sportfischern.
Die Tiere haben einen langen, schlanken Körper, der Rücken ist dunkelblau oder schwarz, während die untere Körperhälfte silbrig weiß gefärbt ist. Die Art ist kaum erforscht. Langschwanz-Thune halten sich meist in warmen (20 bis 30 Grad), küstennahen Gewässern in Schwärmen unterschiedlicher Größe auf. Ihre Beute sind andere Fische, Kopffüßer und Krebstiere und deren Larven.
Als Fangmethoden werden Angeln und Langleinen eingesetzt. Verarbeitung frisch, getrocknet, gesalzen, gefroren, geräuchert oder als Dosenthunfisch. Der Anteil am gesamten Thunfischfang soll bei ca. 4 % liegen. Vor Malaysia, Birma und Indonesien werden Langschwanz-Thune hauptsächlich von kleinen Küstenfischereien gefangen. Es gibt keine genauen Informationen über die Bestandssituation und den Grad der Befischung.
Mit durchschnittich 35 cm Körperlänge und bis zu 3 kg Gewicht die kleinste, im engeren Sinne noch zu den Thunfischen zählende Art (das bislang größte Exemplar mit 18 kg! wurde 1971 vor Mauritius gefangen). Skipjack-Thunfische werden mit 1 bis 2 Jahren geschlechtsreif, bei einer Lebenserwartung von nur 3 Jahren. Sie ernähren sich von anderen Fischen, Krebstieren, Mollusken und Tintenfischen. Die Art zeigt starken Kannibalismus. Sie sind leicht durch die vier bis sieben am Bauch verlaufenden Längsstreifen zu erkennen. Ihre dunkelblauen Rücken sind durch eine deutlich erkennbare grün gefärbte Region auf Höhe der Brustflosse unterbrochen, die zur Körpermitte hin blasser wird. Sie haben silbrig glänzende Flanken und Bäuche und kurze Flossen.
Skipjack-Thune sind in den tropischen und subtropischen Gewässern aller Weltmeere und im Mittelmeer (nicht im östlichen Mittelmeer und im Schwarzen Meer) zu Hause. Man nimmt an, dass sie keine bestimmten Regionen zu Fortpflanzung nutzen. Sie assoziieren sich gern mit großen driftenden Objekten, Walhaien, Haien, Walen und sogar auf der Wasseroberfläche weilenden Seevögeln. Skipjack-Thune springen häufig und lassen sich dann aufs Wasser zurückfallen. Sie sind sehr tolerant gegenüber schwankenden Wassertemperaturen (15 bis 30 Grad).
Es handelt sich um die mit Abstand häufigste für Thunfischprodukte genutzte Art. Skipjack ist DER "Dosenthunfisch" (mit z.B. einem Anteil von über 70 % in Deutschland). Trotz starker Befischung im Atlantik gelten die Bestände dort als noch intakt, aber bis zum Limit ausgeschöpft. Etwa 67 % der weltweiten Skipjackfänge kommen aus dem Pazifik, im Ostpazifik soll Skipjack sogar noch "unterfischt" sein.
Als Fangmethoden werden meist Ringwaden eingesetzt. im Nordpazifik allerdings z.T. hoher Beifang durch Langleinenfischereien (Seevögel, Meeresschildkröten, Haie). Verarbeitung als Dosenthunfisch, frisch (ganze Fische oder als Steak und Filet), geräuchert. Der Anteil am gesamten Thunfischfang soll zwischen 50 und 55% liegen.
Gehört zu den echten Makrelen. Keine eigentliche Thunfischart und darf in vielen Ländern auch nicht als Thunfisch vermarktet werden. Mit 40 bis 90 cm Länge und bis zu 6 kg Gewicht vergleichsweise klein. Lebt im Mittelmeer, Schwarzen Meer, Nordsee bis Südafrika, Westatlantik (Neuschottland bis nach Florida und dem nördlichen Golf von Mexiko, dann wieder von Kolumbien, Venezuela bis nördl. Argentinen) und nicht in der Karibik.
Eine epipelagisch (oberste Meeresschicht von der Oberfläche bis 200m Tiefe) in Schwärmen lebende Art, die küstennahe Gewässer und Wassertiefen bis 60m bevorzugt.
Die Art ernährt sich von kleineren Fischen, Tintenfischen und Garnelen, kann aber auch relativ große Beutetiere verspeisen, und ist bekannt für Kannibalismus. Sie verträgt sehr gut unterschiedliche Wassertemperaturen (12 bis 27 Grad) und große Unterschiede im Salzgehalt.
Bonitos sind besonders im Mittelmeerraum beliebt, wo sie von vielen kleinen Küstenfischereien meist mit Ringwaden oder Angeln gefangen werden. Verarbeitung frisch, geräuchert, gegrillt, gesalzen, gefroren und als Dosenthunfisch. Das Fleisch kleinerer bzw. junger Bonitos ähnelt dem des Skipjack. Der Anteil am gesamten Thunfischfang soll bei unter 1% liegen.
Autor: Ulrich Karlowski
Quellen:
EII | GRD | IUCN | catalogueoflife.org | seachoice.org | Wikipedia | atuna.com | WWF | Bundesministerium für Finanzen | starfisch.ch | Europäische Kommission-FTE-Info | Arbeitskreis Fisch, Waren-Verein der Hamburger Börse e.V. | Debelius: Fischführer Mittelmeer/Atlantik | Multilingual Dictionary of Fishing Gear (EU-Kommission | und viele andere mehr